
Die am stärksten besteuerten Länder der Welt lassen sich nicht auf einen einfachen marginalen Einkommensteuersatz reduzieren. Der tatsächliche Steuerdruck umfasst die Einkommensteuer, Sozialversicherungsbeiträge, die Mehrwertsteuer, die Körperschaftsteuer und sektorale Abgaben. Hier klassifizieren wir fünfzehn Staaten nach ihren Pflichtabgaben im Verhältnis zum BIP, indem wir die OECD-Daten mit der Struktur ihrer Einnahmen kombinieren.
1. Dänemark – der höchste Steuerdruck ohne Sozialversicherungsbeiträge

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Dänemark belegt den ersten Platz im Ranking der am stärksten besteuerten Länder der Welt. Sein oberer marginaler Einkommensteuersatz übersteigt den aller anderen OECD-Staaten. Das dänische Besondere liegt in der nahezu vollständigen Abwesenheit von Lohnbeiträgen zur Sozialversicherung, die durch eine sehr hohe Einkommensteuer und eine der höchsten Mehrwertsteuern in Europa kompensiert wird.
Die Finanzierung des Sozialschutzes basiert daher fast ausschließlich auf der Einkommensteuer und den Verbrauchsteuern. Dieses Modell erzeugt ein Verhältnis von Steuereinnahmen zum BIP, das zu den höchsten der Welt gehört. Das Steuer-Ranking laut Utile au Quotidien gibt ebenfalls diese Verhältnisse nach Steuerkategorie an.
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2. Frankreich – Sozialversicherungsbeiträge und Mehrwertsteuer als steuerliche Säulen

Frankreich zeichnet sich durch das Gewicht seiner obligatorischen Sozialversicherungsbeiträge aus, die einen massiven Teil seiner Gesamteinnahmen ausmachen. Mit einer Mehrwertsteuer von 20 % und einem progressiven Einkommensteuertarif liegt der französische Steuerdruck unter den höchsten der OECD.
Im Gegensatz zu Dänemark verteilt Frankreich seine Last zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern über die Arbeitgeberbeiträge. Dieser Mechanismus macht die Besteuerung auf dem Steuerbescheid weniger sichtbar, aber nicht weniger schwer in Bezug auf die gesamten Pflichtabgaben.
3. Belgien – der höchste Steuerdruck auf Arbeit

Belgien kombiniert einen sehr hohen marginalen Einkommensteuersatz mit erheblichen Sozialversicherungsbeiträgen. Der Steuerdruck auf Arbeit (Differenz zwischen Arbeitgeberkosten und Nettogehalt) ist regelmäßig der höchste im OECD-Raum.
Die Körperschaftsteuer wurde kürzlich reformiert, um den nominalen Satz zu senken, aber die Sozialbeiträge und lokalen Steuern halten den globalen Druck auf einem der höchsten Niveaus der Welt.
4. Finnland – nordische Besteuerung und lokale Finanzierung

Finnland wendet ein zweistufiges Besteuerungssystem an: eine progressive nationale Steuer und eine kommunale Steuer mit festem Satz. Die Addition dieser beiden Schichten platziert den effektiven Steuersatz auf das Einkommen auf einem Niveau, das mit dem Dänemarks vergleichbar ist.
Die Sozialversicherungsbeiträge werden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt, und die Mehrwertsteuer gehört zu den höchsten in der Europäischen Union.
5. Schweden – ein breites Steuermodell

Schweden besteuert Arbeitseinkommen mit sehr hohen marginalen Sätzen, aber seine Besonderheit liegt in der sehr breiten Steuerbasis, die Nischen und Befreiungen einschränkt. Das Verhältnis von Einnahmen zum BIP bleibt stabil und gehört zu den höchsten der OECD.
Die Körperschaftsteuer wurde in den letzten Jahren gesenkt, um wettbewerbsfähig zu bleiben, aber die Abgaben auf Arbeit und Verbrauch kompensieren dies erheblich.
6. Österreich – hohe Einkommensteuer und schwere Beiträge

Österreich wendet einen progressiven Einkommensteuertarif an, dessen oberster marginaler Satz zu den höchsten im Euro-Raum gehört. Die Sozialversicherungsbeiträge, sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerbeiträge, erhöhen erheblich die Arbeitskosten.
Die Standard-Mehrwertsteuer beträgt dort 20 %, und die Gesamteinnahmen platzieren das Land unter den Spitzenreitern in Europa.
7. Italien – hoher Steuerdruck trotz einer Schattenwirtschaft

Italien weist ein hohes Verhältnis von Pflichtabgaben zum BIP auf, was umso bemerkenswerter ist, da die informelle Wirtschaft dort bedeutend bleibt. Der marginale Einkommensteuersatz gehört zu den höchsten in Europa, und die Sozialversicherungsbeiträge belasten die Arbeitgeber erheblich.
Die Körperschaftsteuer, kombiniert mit der regionalen Steuer auf Produktionsaktivitäten (IRAP), schafft eine effektive Steuerlast, die über dem nominalen Satz liegt.
8. Ungarn – eine konsumorientierte Besteuerung

Ungarn erhebt eine Mehrwertsteuer auf einem der höchsten Niveaus der Welt. Diese atypische Steuerwahl kompensiert eine relativ niedrige Einkommensteuer mit einem einheitlichen Satz im Vergleich zu den europäischen Standards.
Die Steuerlast in Ungarn liegt stärker auf dem Verbrauch als auf den Einkommen, was sie radikal vom nordischen Modell unterscheidet.
9. Slowenien – kleines Land, dichte Besteuerung

Slowenien wendet einen progressiven Einkommensteuertarif mit einem hohen oberen marginalen Satz an. Die obligatorischen Sozialversicherungsbeiträge sind dort erheblich, und das Verhältnis von Einnahmen zum BIP platziert dieses Land unter den am stärksten besteuerten in Mitteleuropa.
10. Luxemburg – hohe Steuereinnahmen trotz eines Optimierungsimages

Luxemburg überrascht in diesem Ranking. Der marginale Einkommensteuersatz ist dort hoch, und die Sozialversicherungsbeiträge sind erheblich. Das Land erzielt zudem erhebliche Einnahmen über die Körperschaftsteuer und die Mehrwertsteuer auf digitale Dienstleistungen.
Sein Ruf als Steueroase betrifft vor allem Konstruktionen für multinationale Unternehmen, nicht die Besteuerung der Einwohner.
11. Niederlande – kombinierte Besteuerung von Einkommen und Vermögen

Die Niederlande besteuern Arbeitseinkommen mit hohen progressiven Sätzen und wenden ein einzigartiges Pauschalbesteuerungssystem auf Vermögen (Box 3) an. Der angenommene Ertrag des Kapitals wird dort besteuert, unabhängig vom tatsächlichen Gewinn.
Dieser Mechanismus, kombiniert mit den Sozialversicherungsbeiträgen und einer Mehrwertsteuer von 21 %, platziert die Niederlande unter den Ländern mit hohem Steuerdruck.
12. Norwegen – Ölvorräte und nordische Besteuerung

Norwegen kombiniert eine Einkommensteuer, die mit anderen nordischen Ländern vergleichbar ist, mit einer spezifischen Besteuerung des Ölsektors. Der marginale Steuersatz bleibt hoch, und die Sozialversicherungsbeiträge sind erheblich.
Die Einnahmen aus den Ölvorräten ermöglichen es, die Abgaben auf Haushalte auf einem leicht niedrigeren Niveau als in Dänemark oder Schweden zu halten.
13. Deutschland – Sozialversicherungsbeiträge als Motor des Steuerdrucks

Deutschland weist einen moderaten marginalen Einkommensteuersatz im Vergleich zu den nordischen Ländern auf, aber die geteilten Sozialversicherungsbeiträge zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind dort besonders hoch. Dieser Mechanismus platziert den deutschen Steuerdruck unter den schwersten der OECD.
14. Griechenland – ein verstärkter Steuerdruck nach der Schuldenkrise

Griechenland hat seine Besteuerung im letzten Jahrzehnt erheblich verschärft, um den Anforderungen seiner Gläubiger gerecht zu werden. Der marginale Einkommensteuersatz ist dort hoch, und die Sozialversicherungsbeiträge belasten erheblich die Arbeitskosten.
15. Japan – steigende Besteuerung zur Finanzierung des Alterns

Japan hat in den letzten Jahren seine Pflichtabgaben regelmäßig erhöht, um ein unter dem demografischen Druck stehendes Sozialschutzsystem zu finanzieren. Der marginale Einkommensteuersatz ist hoch, und die Sozialversicherungsbeiträge wurden mehrfach erhöht.
Die japanische Mehrwertsteuer bleibt unter den europäischen Standards, aber ihre jüngste Entwicklung veranschaulicht den grundlegenden Trend: Die alternden Länder erhöhen ihre Abgaben auf den Verbrauch, um die Erosion der Basis auf den Arbeitseinkommen auszugleichen.
Diese Rangliste der am stärksten besteuerten Länder der Welt zeigt, dass der Steuerdruck niemals auf einen einzigen Indikator reduziert werden kann. Die Wahl zwischen Besteuerung auf Einkommen, Sozialversicherungsbeiträgen oder Verbrauchsteuern formt radikal unterschiedliche Modelle, selbst zwischen Ländern mit vergleichbaren Verhältnissen von Abgaben zum BIP.